Darmkrebs
© manassanant_pamai | istock
Darmkrebs (Fachbegriff: Kolorektales Karzinom) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Ein Tumor im Darm entwickelt sich in der Regel langsam über viele Jahre. Wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Chancen auf Heilung meist gut.
Das sollten Sie über Darmkrebs wissen
Bei Frauen ist Darmkrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste, bei Männern nach Prostata- und Lungenkrebs die dritthäufigste Krebsart. Darmkrebs entsteht meist in der Schleimhaut von Dickdarm und Enddarm. Oft entstehen zunächst gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen. Diese oder andere Gewebeveränderungen können bei einer Darmspiegelung entdeckt und meist entfernt werden. Dadurch lässt sich Darmkrebs häufig verhindern.
Sonderfall familiärer Darmkrebs
Menschen, in deren Familie Darmkrebs gehäuft auftritt, haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Von familiärem Darmkrebs spricht man, wenn mehrere nahe Verwandte – Eltern, Großeltern, Geschwister – an Darmkrebs erkrankt sind oder wenn die Erkrankung bereits in jungen Jahren aufgetreten ist. Eine besondere Form von familiärem Darmkrebs ist der erbliche (oder: genetische) Darmkrebs. Dabei liegt eine vererbte Veränderung im Erbgut vor, die das Risiko für Darmkrebs erhöht. Hinweise darauf können sein, wenn in der Familie drei oder mehr Fälle von Darm-, Gebärmutter- oder Magenkrebs auftreten oder eine Person sehr jung erkrankt ist.
Wenn in Ihrer Familie Darmkrebs oder andere Krebserkrankungen gehäuft vorkommen, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine vorgezogene Darmkrebs-Früherkennung sprechen!
Wer kann betroffen sein?
- Vor allem Menschen im höheren Lebensalter – mehr als die Hälfte der Erkrankten ist bei Diagnose über 70 Jahre alt. Nur etwa jede zehnte Erkrankung tritt vor dem 55. Lebensjahr auf.
- Menschen mit familiärer oder erblicher Vorbelastung
Risikofaktoren
- Alter (ab 50 Jahren)
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Alkohol
- ungesunde Ernährung, insbesondere wenig Balllaststoffe, wenig Obst- und Gemüse, hoher Fleisch- und Wurstkonsum
- vorherige Darmerkrankungen (z.B. entzündliche Darmerkrankungen)
- familiäre Vorbelastung – Erkrankung enger Angehöriger an Darmkrebs
- genetische Faktoren
Beschwerden bei Darmkrebs sind anfangs so allgemein und unspezifisch, dass sie auch andere Ursachen haben können. Halten die Beschwerden länger an oder treten sie wiederholt auf, sollten sie von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden!
Warnzeichen
- veränderte Stuhlgewohnheiten, zum Beispiel Verstopfung, Durchfall oder beides abwechselnd
- Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
- Blut im Stuhl
- verstärkte Schleimabsonderung mit dem Stuhl
- Blässe und Blutarmut
- ungeklärter Gewichtsverlust, Schwäche
Bild vergrößern
© Krebsinformationsdienst, DKFZ
Prävention
© bit245 | istock
- gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen
- regelmäßige Bewegung
- normales Gewicht
- Verzicht auf Rauchen und Alkohol
Früherkennung
- Generell können Frauen und Männer ab 50 Jahren zwischen zwei verschiedenen Untersuchungen wählen:
zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren
oder
- ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre
- Bei Verdacht auf familiären Darmkrebs:
- Früherkennung nach individueller ärztlicher Beratung,
- häufig zehn Lebensjahre, bevor der Krebs bei der betroffenen verwandten Person aufgetreten ist oder spätestens ab dem 40. Lebensjahr
- Bei Verdacht auf erblichen Darmkrebs:
- Beginn der Früherkennung oft bereits im jungen Erwachsenenalter
- genetische Beratung zur Abklärung des persönlichen Risikos
- eventuell Gentest
Die Stiftung LebensBlicke engagiert sich für die Aufklärung über Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge. Auf der Website finden Sie auch Hinweise zu Praxen und Ärzten.
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Das persönliche Krebsrisiko senken
Prävention
Die Chancen auf Heilung verbessern
Früherkennung
Mehr wissen – gezielt handeln