Übergewicht vermeiden

Leichter geht's leichter

Starkes Übergewicht ist mitverantwortlich für die Entstehung von zahlreichen Krebsarten. Wer auf ein gesundes Gewicht achtet, tut also aktiv etwas für die Gesundheit. Das ist nicht immer leicht. Aber es lohnt sich!

Wie hängt Körperfett mit der Krebsentstehung zusammen?

Starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht das Risiko für verschiedene Krebsarten. Dazu gehören unter anderem Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren und Krebs der Gebärmutterschleimhaut. 

Warum das so ist, wird noch erforscht. Fachleute wissen jedoch, dass überschüssiges Fettgewebe nicht nur ein Energiespeicher ist. Es beeinflusst auch viele wichtige Vorgänge im Körper. 

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Drei Mechanismen spielen dabei eine Rolle: 

1. Fettgewebe, besonders das am Bauch, produziert entzündungsfördernde Stoffe. Diese sind sehr wahrscheinlich krebsfördernd.

2. Fettzellen bilden Hormone wie Östrogen. Tun dies sehr viele Zellen, entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht. Das kann die Entstehung bestimmter Krebsarten begünstigen.

3. Menschen mit Übergewicht produzieren sehr viel Insulin, was Krebszellen ebenfalls zum Wachsen nutzen.

Übergewicht führt nicht automatisch zu Krebs. Krebs entsteht meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Auch schlanke Menschen können an Krebs erkranken – aber ihr Risiko ist eindeutig niedriger als das von Übergewichtigen. 

Noch Übergewicht oder schon Adipositas?

Für die Bewertung des Übergewichts nimmt man meist den sogenannten BMI (Body-Mass-Index) zur Hilfe. Er setzt die Körpergröße eines Menschen zu seinem Gewicht ins Verhältnis. Auch wenn der BMI nicht zwischen überflüssigem Fettgewebe und harmlosem Muskelgewebe unterscheidet, bietet er eine gute Orientierung.

So wird der BMI berechnet

So wird Adipositas definiert

Der BMI ordnet das Körpergewicht verschiedenen Bereichen zu: Von 18,5 bis 24,9 spricht man von Normalgewicht, darunter von Untergewicht. Ab 25 liegt Übergewicht vor, ab 30 Adipositas. Je nach BMI wird Adipositas in die Grade I, II und III eingeteilt.

Beispiel: Eine Person mit einer Körpergröße von 1,70 Metern und einem Gewicht von 68 Kilogramm hat einen BMI von 23,5 und damit Normalgewicht. Bei einem Gewicht von 87 Kilogramm liegt der BMI bei 30,1. Damit beginnt der Bereich der Adipositas.

Was hilft beim Abnehmen?

Wer mehr Energie aufnimmt, als der Körper verbraucht, nimmt auf Dauer zu. Umgekehrt sinkt das Gewicht, wenn der Körper langfristig mehr Energie verbraucht als aufgenommen wird. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen dabei, ein gesundes Gewicht zu erreichen oder zu halten. 

So einfach, wie es klingt, ist es aber oft nicht. Vor allem, wenn sich „schlechte“ Gewohnheiten über Jahre verfestigt haben, lassen sie sich nicht von heute auf morgen verändern. Umso wichtiger ist es, sich realistische Ziele zu setzen und Schritt für Schritt vorzugehen. 

Die gute Nachricht: Es lohnt sich, anzufangen! Es muss ja nicht sofort die ganz große Gewichtsabnahme sein. Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen. Dabei helfen vor allem: 

Ein gesundes Körpergewicht kann nicht nur das Krebsrisiko senken. Es trägt auch dazu bei, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes vorzubeugen.

Tipps und Tricks

  • Gehen Sie nicht hungrig einkaufen.
  • Essen Sie frische, möglichst selbst zubereitete Speisen – in Fertigprodukten verstecken sich meist sehr viel Zucker und Fett.
  • Essen Sie sich bei den Hauptmahlzeiten satt und lassen Sie Zwischenmahlzeiten, Snacks und Naschereien aus.
  • Nehmen Sie sich zum Essen Zeit. Denken Sie dran, dass das Sättigungsgefühl erst nach 20 Minuten eintritt.
  • Trinken Sie Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen im Mischungsverhältnis 1:3. Trinken Sie viel!
  • Verzichten Sie auf Alkohol. 
  • Setzen Sie sich realistische Ziele – auch kleine Veränderungen wirken.
  • Machen Sie dazu einen Zeitplan, den Sie regelmäßig überprüfen können.
  • Holen Sie sich Unterstützung von Familie oder Freunden.
  • Belohnen Sie sich, wenn Sie ein Ziel erreicht haben!

Falls Sie stark übergewichtig sind, Vorerkrankungen haben oder generell unsicher sind, wie Sie abnehmen sollen, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an. Fragen Sie nach Unterstützung durch Ernährungsberatung und lassen Sie einen Fitness-Check machen. Beides wird von vielen Krankenkassen unterstützt. 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für mehrere Krebsarten.

  • Überschüssiges Fettgewebe beeinflusst wichtige Vorgänge im Körper.

  • Ein gesundes Körpergewicht kann helfen, das Krebsrisiko zu senken.

  • Krebs hat viele Ursachen. Übergewicht ist nur ein Risikofaktor von mehreren.

  • Jedes Pfund weniger ist gut für Ihre Gesundheit!

Unterstützung auf dem Weg zum gesunden Körpergewicht

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bietet ein großes Beratungsnetzwerk zur Ernährungsberatung in ganz Deutschland.

Die Verbraucherzentrale  informiert, worauf man achten sollte, bevor man sich für ein Abnehm-Programm entscheidet. 

Hier finden Eltern Ideen zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen – mit Videos und altersgemäßen Informationen. 

Bei der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Rheinland-Pfalz können Sie nach passenden Selbsthilfegruppen suchen. 

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über deren Angebote zur Gewichtsreduktion.

Weitere Links sowie ausgewählte Flyer und Broschüren vertrauenswürdiger Anbieter zum Download finden Sie hier.

 

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