Auf Alkohol verzichten

Weniger Alkohol für mehr Gesundheit

Wenn es um Krebs geht, zählt jeder Tropfen Alkohol: Schon kleine Mengen erhöhen das persönliche Risiko. Auf Alkohol zu verzichten, senkt nicht nur das Krebsrisiko, sondern tut der Gesundheit insgesamt gut.

Was hat Alkohol mit Krebs zu tun?

Alkohol gelangt über das Blut an praktisch jede Stelle im Körper – kein Wunder, dass er an der Entstehung von über 200 Erkrankungen beteiligt ist. Dazu zählen außer Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und des Magens auch etliche Krebsarten. Ein erwiesener Zusammenhang besteht bei Darm- und Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs, Krebs der Mundhöhle und des Rachens sowie Kehlkopfkrebs. Vermutlich erhöht Alkohol auch das Risiko für Magenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs. 

Der Grund: Beim Abbau von Alkohol entstehen im Körper Stoffe, die die Zellen und das Erbgut schädigen können. Außerdem kann Alkohol Entzündungen fördern und die schädliche Wirkung anderer Risikofaktoren, wie zum Beispiel Rauchen, verstärken. Je mehr Alkohol getrunken wird, desto höher ist das Krebsrisiko.

Am besten 0 Promille

Für die Gesundheit und die Krebsprävention gilt: je weniger Alkohol, desto besser. Es gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge Alkohol. Es spielt auch keine Rolle, ob der Alkohol aus Bier, Wein oder Spirituosen stammt. Entscheidend ist die Menge an reinem Alkohol, die in den Körper gelangt. Wer auf Alkohol verzichtet oder den Alkoholkonsum zumindest reduziert, kann sein Risiko für verschiedene Krebsarten senken.

Alkohol und Nikotin – im Doppelpack sind sie doppelt schädlich. Vermutlich verstärken sich die Gesundheitsrisiken der beiden „Genussmittel“ gegenseitig. Wer beides konsumiert, hat jedenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken.

Gar nicht geht (noch) nicht?

Nicht jede oder jeder möchte sofort ganz auf Alkohol verzichten. Für die Krebsprävention gilt aber: Jedes Glas weniger zählt. Auch für Menschen, die wenig Alkohol trinken, lohnt es sich, den Konsum zu reduzieren. Schon kleine Veränderungen können helfen, das Krebsrisiko zu senken. Ein guter erster Schritt ist, sich den eigenen Konsum bewusst zu machen. Oft unterschätzt man, wie viele Feierabendbierchen und Gläschen Wein zum Essen in einer Woche zusammenkommen. 

Nach aktueller Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist der Verzicht auf Alkohol die gesündeste Wahl. Maximal 1 bis 2 Getränke pro Woche gelten als risikoarm. Die DGE nennt dazu folgende Richtwerte:

Risikoarm

  • 1–2 kleine Gläser Wein (12 % vol) oder
  • 1–2 kleine Flaschen Bier (5 % vol) oder
  • 2–4 Gläser à 0,02 Liter Spirituosen (38 % vol)
  • pro Woche (!)


Moderates Risiko

  • bis 5 kleine Gläser Wein (12 % vol) oder
  • bis 6 kleine Flaschen Bier (5 % vol) oder
  • bis 6 Gläser à 0,04 Liter Spirituosen (38 % vol)
  • pro Woche (!)

Alles, was darüber hinausgeht, gilt als riskant. Bedenken Sie auch, dass Frauen Alkohol schlechter vertragen als Männer. 

Versuchen Sie, Ihren Alkoholkonsum nach und nach zu reduzieren. Zum Beispiel können Sie:

  • alkoholfreie Tage einplanen,
  • bei Feiern alkoholfreie Alternativen wählen,
  • kleinere Mengen trinken,
  • Gewohnheiten hinterfragen, etwa das tägliche Feierabendbier.

Wichtig ist: Jede Reduzierung ist ein Gewinn für Ihre Gesundheit.

Schritte zum Verzicht

Vielleicht helfen Ihnen klare Strukturen wie diese:

  • Trinktagebuch: Notieren Sie einige Wochen lang Ihren täglichen Alkoholkonsum in einem Tagebuch. So erkennen Sie Muster, die Sie vielleicht durchbrechen können, und sehen, wo Sie mit einem Glas weniger auskommen. 
  • Trinkkalender: Streichen Sie auf der Grundlage des Trinktagebuchs nach und nach Alkohol aus dem Kalender: Statt zwei Gläsern nur eins, nach dem Sport ab jetzt alkoholfrei und so weiter.
  • Alkoholfasten: Machen Sie eine Trinkpause – Alkoholfasten liegt im Trend und ist nicht nur zum Jahresbeginn oder während der Fastenzeit möglich. Setzen Sie sich Ihr eigenes Ziel für die Zeit danach, zum Beispiel mit Hilfe Ihres Trinktagebuchs oder Trinkkalenders.

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Auch diese Tricks im Alltag helfen, den Alkoholkonsum zu reduzieren:

  • Halten Sie keine oder nur kleine Mengen an Alkohol auf Vorrat.
  • Finden Sie Alternativen zum Alkoholkonsum: Radfahren, Kontakte pflegen, To-dos erledigen – was immer Ihnen ein gutes Gefühl gibt.
  • Sagen Sie auch in Gesellschaft öfter „Nein“ zu Alkohol. Entdecken Sie beispielsweise alkoholfreie Cocktails.
  • Setzen Sie sich kurzfristige Ziele und belohnen Sie sich, wenn Sie sie erreicht haben.
  • Lernen Sie, ohne Alkohol zu entspannen.

Ganz wichtig: Lassen Sie sich nicht entmutigen! Es braucht Zeit, um jahrelange Gewohnheiten aufzubrechen. Jedes Glas weniger zählt.

Sie kommen ohne Alkohol in Ihrem Alltag nicht zurecht? Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an. Oder wenden Sie sich direkt an eine Beratungsstelle. Adressen sowie hilfreiche Tipps und Informationen finden Sie auf der Seite Kenn dein Limit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schon kleine Mengen Alkohol erhöhen das Krebsrisiko.

  • Auch andere schwere Erkrankungen können ihre Ursache im Alkohol haben.

  • Es gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge Alkohol.

  • Alkohol und Rauchen verstärken ihre schädliche Wirkung gegenseitig.

  • Es ist nie zu spät, den Alkoholkonsum zu reduzieren oder dauerhaft auf Alkohol zu verzichten. 

Beratung zur Rolle des Alkohols in Ihrem Leben

Hier finden Sie eine Übersicht der Suchtberatungsstellen in Rheinland-Pfalz als Liste und als Landkarte.
 
DigiSucht bietet Online-Suchtberatung für Betroffene und Angehörige. 

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über deren Angebote zum Thema Alkohol. Manche Kassen gewähren auch Zuschüsse zu zertifizierten Präventionskursen.

Weitere Links sowie ausgewählte Flyer und Broschüren vertrauenswürdiger Anbieter zum Download finden Sie hier.

 

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