Familiäres Risiko kennen

Familiärer oder erblicher Krebs: darüber reden hilft

Krebs entsteht durch Veränderungen im Erbgut von Zellen. Manchmal spielen dabei familiäre oder erbliche Faktoren eine Rolle. Dann ist es wichtig, dass dieses Risiko bekannt ist und die Vorsorge rechtzeitig greifen kann.

Familiär oder erblich?

Treten in einer Familie gehäuft Krebserkrankungen auf oder sind die Erkrankten außergewöhnlich jung, kann eine familiäre oder erblich bedingte Veranlagung bestehen. Der Unterschied: Bei familiärem Krebs ist keine Ursache für die Häufung bekannt. Bei erblichem Krebs liegt eine Genveränderung vor, die weitervererbt wird. Sie spielt bei etwa fünf bis zehn von 100 Krebserkrankungen eine Rolle.

Wissen senkt das Risiko, zu erkranken

Besonders häufig stehen familiäre oder erbliche Faktoren mit Darmkrebs, Brustkrebs und Eierstockkrebs in Zusammenhang. Bei einem Verdacht sollten die Familienmitglieder frühzeitig eine Ärztin oder einen Arzt auf das Thema ansprechen: Sie können von Beratung, Tests und vor allem von vorgezogenen und engmaschigeren Untersuchungen zur Früherkennung profitieren. Dadurch können Krebs oder Krebsvorstufen möglichst früh entdeckt und die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung verbessert werden. 

Eine familiäre oder erbliche Veranlagung erhöht das Krebsrisiko, führt aber nicht zwangsläufig zu Krebs. Wer sein Risiko kennt, kann gezielt Vorsorge- und Früherkennungsangebote nutzen.

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Darüber sprechen hilft

In vielen Familien wird aus Scham, Unsicherheit oder Rücksichtnahme nicht über Erkrankungen gesprochen. Dabei können gerade im Fall von Krebs Informationen über die Krankengeschichte in der Familie wichtig sein. Wer weiß, welche Krebsarten bei Eltern, Geschwistern, Großeltern oder anderen nahen Verwandten aufgetreten sind, kann sein persönliches Risiko besser einschätzen und informierte Entscheidungen zu Vorsorge und Früherkennung treffen. Offen über das Thema zu sprechen, kann deshalb nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Gesundheit anderer Familienmitglieder von Bedeutung sein.

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Gentest: ja oder nein?

Ein Gentest kann einerseits Klarheit darüber verschaffen, ob man von der Genveränderung und dem damit stark erhöhten Krebsrisiko betroffen ist oder nicht. Ein positives Ergebnis ist jedoch nicht für alle Menschen leicht zu verkraften. Deshalb muss hier eine umfassende Beratung vorangehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt Familien, in denen besonders häufig Krebserkrankungen auftreten. Das Risiko, ebenfalls zu erkranken, ist für alle Nachkommenden deutlich erhöht.

  • Deshalb sollte die Früherkennung schon in jüngerem Alter als normalerweise empfohlen begonnen werden. 

  • Besonders häufig besteht bei Darmkrebs, Brustkrebs und Eierstockkrebs eine erbliche Veranlagung.

  • Schützen Sie sich und andere Familienmitglieder, indem Sie über das Thema Krebs sprechen!

Hier finden Sie Beratung und vertiefende Informationen

Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsmedizin Mainz
Zur Website, Infoflyer für Betroffene und Ratsuchende 

Zentrum für familiären Darmkrebs und Darmkrebszentrum der Universitätsmedizin Mainz
Zur Website

Informations- und Beratungszentren der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V.
Zur Website

Ausstellung 
Familiärer Darmkrebs – früh informiert, besser geschützt 
Weitere Infos

Podcast
Alarm im Darm Folge 1
Alarm im Darm Folge 2

Weitere Links sowie ausgewählte Flyer und Broschüren vertrauenswürdiger Anbieter zum Download finden Sie hier.

 

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